Budget-App mit Krypto: 6 Kriterien, auf die es in der EU ankommt

Die meisten Budget-Apps hören beim Girokonto auf, Krypto liegt in einer anderen App. Statt einer weiteren Rangliste: sechs Kriterien, an denen du eine Budget-App mit Krypto prüfen kannst – und wo FinBoard sie erfüllt und wo nicht.

Geschrieben von FinBoard Team Veröffentlicht am 4 Min. Lesezeit
Das Bitcoin-Zeichen neben dem Wort Budget und einem iPhone mit dem deutschen Portfolio-Bildschirm von FinBoard, in dem BTC zwischen ETF und Aktien erscheint

Wer Bitcoin oder Ethereum besitzt, kennt das Bild: das Budget in einer App, das Depot in der Banking-App, Krypto in der Wallet oder bei der Börse. Auf die Frage „Wie viel habe ich insgesamt, und was davon kann ich diesen Monat ausgeben?“ antwortet keine davon.

Ranglisten der „besten“ Apps helfen dabei wenig, weil es auf deine Konten, deine Coins und deine Ansprüche an den Datenschutz ankommt. Hilfreicher sind Kriterien, die du an jede App anlegen kannst. Hier sind sechs, jeweils mit der Antwort für FinBoard.

1. Wallets ohne privaten Schlüssel einbinden

Um den Bestand einer Wallet anzuzeigen, braucht eine App nur die öffentliche Adresse. Mit ihr lässt sich nichts bewegen. Fragt eine App nach deiner Seed-Phrase oder deinem privaten Schlüssel, ist das ein klares Ausschlusskriterium.

FinBoard: Du fügst Wallets nur über die öffentliche Adresse hinzu, auf neun Netzwerken: Bitcoin, Ethereum, Solana, Polygon, BNB Smart Chain, Arbitrum, Optimism, Base und Avalanche C-Chain. Die Bestände werden täglich abgeglichen.

2. Börsen nur mit Leserechten anbinden

Bindet eine App eine Krypto-Börse per API an, legst du dafür einen Schlüssel bei der Börse an. Gib ihm ausschließlich Leserechte, also kein Handeln und keine Auszahlungen. Dann kann der Schlüssel im schlimmsten Fall Kontostände verraten, aber kein Geld bewegen.

FinBoard: Kraken, Coinbase und Bit2Me lassen sich per API-Schlüssel anbinden, und die App erklärt dir, wie du einen Schlüssel mit reinen Leserechten anlegst. Käufe und Verkäufe an anderen Börsen erfasst du per CSV-Import oder von Hand.

3. Kurse: wie oft und woher?

Für Trading brauchst du Echtzeitkurse, für Budget und Vermögensübersicht nicht. Wichtig ist, dass die App sagt, wie aktuell ihre Zahlen sind und woher sie kommen.

FinBoard: Krypto-Kurse werden einmal täglich aktualisiert, unter anderem über CoinGecko. Für einen Überblick über dein Vermögen reicht das, als Trading-Werkzeug ist FinBoard nicht gedacht.

4. Alles in einer Währung

Kryptowerte notieren meist in US-Dollar, dein Alltag läuft in Euro. Eine App muss beides mit einem nachvollziehbaren Kurs zusammenführen, sonst vergleichst du Äpfel mit Birnen.

FinBoard: Alle Werte werden in deine Standardwährung umgerechnet, mit den Referenzkursen der Europäischen Zentralbank. Warum das Zusammenrechnen mehr ist als Addieren, erklären wir in Krypto, Aktien und Währungen in einem Dashboard.

5. Steuerlich nachvollziehbar dokumentieren

In Deutschland sind Gewinne aus dem Verkauf von Kryptowerten private Veräußerungsgeschäfte nach § 23 EStG. Stand 2026 gilt:

  • Haltefrist: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer ist der Gewinn steuerfrei.
  • Freigrenze: Bleiben deine Gewinne aus privaten Veräußerungsgeschäften im Jahr unter 1.000 €, sind sie steuerfrei. Liegen sie darüber, ist der gesamte Gewinn steuerpflichtig, nicht nur der Teil über 1.000 €.
  • Reihenfolge: Nach dem BMF-Schreiben vom 6. März 2025 wird die Verbrauchsfolge, etwa FIFO, pro Wallet betrachtet. Das Schreiben verlangt außerdem lückenlose Aufzeichnungen über Käufe, Verkäufe, Wallets und Zeitpunkte.

Eine Budget-App sollte deshalb Kaufdaten und Mengen vollständig festhalten, statt nur den aktuellen Bestand zu zeigen.

FinBoard: Käufe und Verkäufe, die du als Trades erfasst, rechnet FinBoard nach FIFO ab und zeigt dir den Gewinn je Verkauf. Haltefristen prüft FinBoard nicht, und einen Steuerreport für das Finanzamt erstellt es nicht. Dafür gibt es spezialisierte Krypto-Steuer-Tools. FinBoard ist dein Überblick, kein Ersatz für die Steuererklärung.

6. Datenstandort und Ausstieg

Krypto-Besitz ist eine sensible Information. Prüfe deshalb, wo eine App deine Daten speichert und ob du sie exportieren und löschen kannst. Die wichtigsten Fragen dazu haben wir in 7 Datenschutz-Fragen, bevor du dein Konto verbindest gesammelt.

FinBoard: Die Datenbank steht in Frankfurt am Main. Ein vollständiges Backup als CSV lädst du in den Einstellungen herunter, und dein Konto löschst du dort selbst.

FinBoard und die sechs Kriterien

KriteriumFinBoardEinschränkung
Walletsöffentliche Adresse, 9 Netzwerkeab Basic
BörsenKraken, Coinbase, Bit2Me mit Leserechtenandere Börsen per Import oder von Hand
Kursetäglich aktualisiertkeine Echtzeitkurse
WährungEZB-Referenzkursemehrere Währungen ab Basic
SteuerFIFO-Gewinn je Verkaufkeine Haltefristen, kein Steuerreport
DatenDatenbank in Frankfurt, CSV-ExportKI-Funktionen über einen Anbieter in den USA

Wenn du zusätzlich eine Budget-Methode nach dem Umschlagprinzip suchst, lies unseren Vergleich von FinBoard und YNAB.

Häufige Fragen

Ist es sicher, eine Wallet-Adresse in eine App einzutragen?

Mit der öffentlichen Adresse kann niemand Coins bewegen. Bedenke aber: Wer die Adresse kennt, sieht alle Transaktionen dieser Adresse. Gib sie deshalb nur Anbietern, denen du vertraust.

Muss ich bei Krypto in Deutschland FIFO anwenden?

Die Finanzverwaltung betrachtet die Verbrauchsfolge pro Wallet, FIFO ist dabei die übliche Methode. Bei Sonderfällen wie Staking oder vielen Wallets lohnt sich eine Steuerberatung.

Zeigt FinBoard Echtzeitkurse?

Nein. Krypto-Kurse werden einmal täglich aktualisiert. Für die Vermögensübersicht reicht das, für Trading nicht.

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