YNAB-Alternative für Deutschland: FinBoard und YNAB im sachlichen Vergleich
YNAB ist der Klassiker für Budgetierung nach dem Umschlagprinzip. Wer in Deutschland lebt, stößt aber auf drei Hürden: Die App gibt es nur auf Englisch, die Daten liegen in den USA, und viele deutsche Banken lassen sich nicht direkt anbinden. Ein sachlicher Vergleich mit FinBoard – inklusive der Punkte, bei denen YNAB vorne liegt.
Inhaltsverzeichnis
- Das Wichtigste in Kürze
- Die Methode: gleiches Prinzip, anderer Schwerpunkt
- Bankanbindung in Deutschland
- Wo deine Daten liegen
- Depot, Krypto und Kredite
- Sprache und Plattformen
- Preise im Vergleich
- Für wen passt was?
- Von YNAB zu FinBoard wechseln
- Häufige Fragen
- Gibt es YNAB auf Deutsch?
- Funktioniert YNAB mit deutschen Banken?
- Ist FinBoard kostenlos?
- Speichert FinBoard meine Zugangsdaten zum Online-Banking?
YNAB („You Need A Budget“) hat für viele Menschen verändert, wie sie mit Geld umgehen. Die Idee ist einfach und wirksam: Jeder Euro bekommt eine Aufgabe, bevor er ausgegeben wird. Wer in Deutschland lebt, stößt im Alltag aber auf drei Hürden. Die App gibt es nur auf Englisch, deine Daten werden in den USA gespeichert, und ob sich deine Bank anbinden lässt, hängt vom Einzelfall ab.
Dieser Artikel vergleicht YNAB und FinBoard Punkt für Punkt. FinBoard ist unser eigenes Produkt. Deshalb nennen wir ausdrücklich auch die Stellen, an denen YNAB besser ist. Alle Angaben haben den Stand Oktober 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Methode: Beide budgetieren nach dem Nullsummen-Prinzip mit Umschlägen. YNAB ist hier ausgereifter, etwa bei Zielen pro Kategorie.
- Sprache: YNAB gibt es nur auf Englisch, FinBoard vollständig auf Deutsch.
- Banken: FinBoard bindet rund 1.100 deutsche Institute per PSD2 an, von der Sparkasse bis zur DKB. YNAB bietet Direct Import in Europa für ausgewählte Banken an.
- Datenstandort: YNAB speichert und verarbeitet Daten in den USA. Die Datenbank von FinBoard steht in Frankfurt am Main.
- Vermögen: FinBoard zeigt Depot, Krypto-Wallets und Kredite mit Positionen und Kursen. YNAB führt Investments nur als Kontostand.
- Preis: YNAB kostet im deutschen App Store 15,49 € im Monat oder 119 € im Jahr. FinBoard Basic kostet 4,99 € im Monat zzgl. MwSt.
Die Methode: gleiches Prinzip, anderer Schwerpunkt
YNAB arbeitet mit vier Regeln. Die wichtigste: Du verteilst nur Geld, das schon auf dem Konto ist, und gibst jedem Euro eine Aufgabe. Was in einer Kategorie übrig bleibt, wandert in den nächsten Monat. Gibst du irgendwo zu viel aus, gleichst du das aus einer anderen Kategorie aus.
Das Budget in FinBoard folgt demselben Prinzip. Oben steht der Betrag „Zu budgetieren“, darunter verteilst du ihn Monat für Monat auf deine Kategorien. Reste werden in den Folgemonat übertragen, Überziehungen deckst du aus einer anderen Kategorie, und Beträge lassen sich zwischen Kategorien verschieben. Wer von YNAB kommt, findet sich deshalb schnell zurecht.
Wo YNAB vorne liegt: Die App hat über viele Jahre Funktionen rund um die Methode aufgebaut, etwa Ziele pro Kategorie („Targets“), und bietet dazu umfangreiche Lernangebote. Vorlagen für Sparziele gibt es in FinBoard noch nicht.
Wo FinBoard einen anderen Schwerpunkt setzt: Das Budget ist ein Teil des Gesamtbilds. Daneben stehen dein Nettovermögen mit Depot, Krypto und Krediten sowie eine Prognose für bis zu zwölf Monate.
Bankanbindung in Deutschland
Ohne automatische Umsätze wird jedes Budget zur Tipparbeit. Hier liegen die größten Unterschiede.
YNAB bietet seit Februar 2025 in Europa „Direct Import“ über den US-Anbieter Plaid an, nach eigenen Angaben für ausgewählte Banken. Ob deine Sparkasse oder Volksbank dabei ist, solltest du vor dem Abo prüfen. Für alle anderen Konten bleiben der Datei-Import oder Tools von Drittanbietern.
FinBoard nutzt GoCardless Bank Account Data, einen nach PSD2 lizenzierten Kontoinformationsdienst. Im Katalog stehen rund 1.100 deutsche Institute, darunter Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken, comdirect, Commerzbank, Consorsbank, Deutsche Bank, DKB, ING, N26 und Postbank. Drei Punkte sind dabei wichtig:
- Nur Lesezugriff: FinBoard ruft Salden, Kontodaten und Umsätze ab. Zahlungen auslösen kann die Verbindung nicht.
- Zugangsdaten nur bei deiner Bank: Du meldest dich direkt bei deiner Bank an. Weder FinBoard noch GoCardless sehen oder speichern deine Zugangsdaten.
- Zustimmung bis zu 180 Tage: Danach bestätigst du die Freigabe bei deiner Bank neu. FinBoard erinnert dich sieben Tage vorher.
Was genau du dabei freigibst, erklären wir in Was genau erlaubst du, wenn du deine Bank mit einer App verbindest? Eine Einschränkung gehört auch dazu: Trade Republic und Scalable Capital sind derzeit nicht im Katalog. Deren Umsätze holst du per CSV-Import.
Wo deine Daten liegen
Für viele in Deutschland ist das die entscheidende Frage.
YNAB schreibt in seiner Datenschutzerklärung, dass der Dienst aus den USA betrieben wird. Daten von Nutzern außerhalb der USA werden dorthin übertragen, dort verarbeitet und gespeichert. Grundlage für Übermittlungen aus der EU sind die Standardvertragsklauseln der EU-Kommission.
FinBoard ist ein Unternehmen aus Spanien und unterliegt damit direkt der DSGVO. Die Datenbank mit deinen Konten, Umsätzen und Positionen steht in Frankfurt am Main (AWS-Region eu-central-1). Jede Zeile ist per Row-Level-Security an dein Benutzerkonto gebunden.
Damit das Bild vollständig ist: Wenn du KI-Funktionen nutzt, gehen die dafür nötigen Inhalte an unseren KI-Anbieter Anthropic in den USA. Der Chat schickt dabei nur deine Frage, nie Namen, Beträge oder Kontostände. Beim KI-Import sind es die ersten Zeilen deiner Datei, beim Belegscan das Foto des Belegs. Nutzt du diese Funktionen nicht, wird dafür auch nichts übertragen.
Außerdem kannst du in FinBoard jederzeit alle Daten als CSV exportieren und dein Konto selbst löschen. Beim Löschen wird auch die Freigabe für deine Bank widerrufen.
Depot, Krypto und Kredite
YNAB ist ein Budget-Werkzeug. Investments führst du dort als „Tracking Account“ mit einem Kontostand, den du selbst aktualisierst. Einzelne Positionen, Kurse oder Dividenden kennt YNAB nicht.
FinBoard ist auf das Gesamtvermögen ausgelegt:
- Depot: Positionen mit täglich aktualisierten Kursen, Gewinn und Verlust je Verkauf nach FIFO und Dividenden mit Quellensteuer.
- Krypto: Wallets auf neun Netzwerken, darunter Bitcoin, Ethereum und Solana, eingebunden nur über die öffentliche Adresse und ohne privaten Schlüssel.
- Kredite: Baufinanzierung und Ratenkredite als eigene Konten, die in dein Nettovermögen einfließen.
- Währungen: Konten in 26 Währungen, umgerechnet mit den Referenzkursen der EZB.
Sprache und Plattformen
YNAB gibt es laut App Store nur auf Englisch. FinBoard ist vollständig auf Deutsch übersetzt und läuft im Web und auf dem iPhone. Auf dem iPhone kann FinBoard außerdem Zahlungen mit Apple Pay automatisch als Umsatz erfassen.
Preise im Vergleich
| YNAB | FinBoard | |
|---|---|---|
| Kostenlos | 34 Tage Testphase | Free-Plan ohne Zeitlimit, ohne Budget-Funktion |
| Monatlich | 15,49 € (App Store) | Basic: 4,99 € zzgl. MwSt. |
| Jährlich | 119,00 € (App Store) | Basic: 49,90 € zzgl. MwSt. |
| Größerer Umfang | – | Pro: 14,99 € im Monat zzgl. MwSt. |
| Gemeinsam nutzen | bis zu 6 Personen pro Abo | ein Zugang pro Person |
Mit 19 % Mehrwertsteuer kostet FinBoard Basic in Deutschland 5,94 € im Monat oder 59,38 € im Jahr. Im App Store können die Preise wegen Apples Preisstufen leicht abweichen. Der Free-Plan enthält eine Bankverbindung mit automatischer Synchronisierung. Budget, Prognose, FIFO, Dividenden, Krypto-Wallets und mehrere Währungen gibt es ab Basic. Auf seiner Website nennt YNAB die Preise in US-Dollar: 14,99 $ im Monat oder 109 $ im Jahr.
Für wen passt was?
YNAB passt zu dir, wenn du vor allem die Budget-Methode suchst, dein Budget mit deiner Partnerin oder deinem Partner teilst, Ziele pro Kategorie brauchst und dich weder die englische Oberfläche noch die Speicherung in den USA stören.
FinBoard passt zu dir, wenn du eine deutsche Oberfläche willst, deine Daten in der EU liegen sollen, du Konten bei Sparkasse, Volksbank oder einer Direktbank automatisch anbinden möchtest und Budget, Depot, Krypto und Kredite in einer Ansicht sehen willst.
Von YNAB zu FinBoard wechseln
- Daten aus YNAB exportieren: Im Web lädst du dein Budget als ZIP-Datei mit CSV-Dateien herunter. Die Register-Datei enthält Konto, Datum, Empfänger, Kategorie, Ausgang und Eingang.
- Banken in FinBoard verbinden: Je nach Bank kommen beim Verbinden auch Umsätze aus den Vormonaten mit.
- Ältere Umsätze importieren: Die Register-Datei lädst du im Web über den CSV-Import hoch. Die Spalten ordnest du selbst zu oder lässt sie optional per KI erkennen. Mögliche Dubletten zeigt dir FinBoard vor dem Import an.
- Budget anlegen: Kategorien und Beträge überträgst du einmal von Hand. Das ist zugleich eine gute Gelegenheit, alte Kategorien aufzuräumen.
Häufige Fragen
Gibt es YNAB auf Deutsch?
Nein. Laut App Store ist YNAB nur auf Englisch verfügbar. Beträge kannst du in Euro führen, die Oberfläche bleibt aber englisch.
Funktioniert YNAB mit deutschen Banken?
Teilweise. YNAB bietet Direct Import in Europa für ausgewählte Banken an. Für alle anderen importierst du Kontoauszüge als Datei.
Ist FinBoard kostenlos?
Es gibt einen Free-Plan ohne Zeitlimit mit Bankverbindung und automatischer Synchronisierung. Die Budget-Funktion nach dem Umschlagprinzip ist ab Basic enthalten. Eine kostenlose Testphase für Basic oder Pro gibt es nicht.
Speichert FinBoard meine Zugangsdaten zum Online-Banking?
Nein. Du meldest dich direkt bei deiner Bank an. FinBoard erhält nur Lesezugriff auf die Konten, die du freigibst.
Den Free-Plan kannst du ohne Zeitlimit nutzen: finboard.me