Vermögen in mehreren Währungen verfolgen: Euro, Franken und Dollar in einer ehrlichen Gesamtsicht
Grenzgänger in die Schweiz, ein Dollarkonto für Reisen, US-Aktien im Depot: Sobald mehr als eine Währung im Spiel ist, hat die Frage „Wie viel besitze ich?“ mehrere Antworten. Wie du dein Vermögen in mehreren Währungen konsistent verfolgst und Wechselkurseffekte von echter Rendite trennst.
Inhaltsverzeichnis
- Drei typische Fehler beim Zusammenrechnen
- Welcher Kurs ist der richtige?
- Eine Basiswährung festlegen
- Das Währungsrisiko sichtbar machen
- Steuern: Die Währung rechnet mit
- So geht es in FinBoard
- Häufige Fragen
- Welcher Wechselkurs eignet sich für die Vermögensübersicht?
- Sollte ich mein Fremdwährungsrisiko absichern?
- Zeigt FinBoard mein Vermögen in Franken an?
Für viele Menschen in Deutschland ist Vermögen längst nicht mehr nur in Euro. Wer als Grenzgänger in der Schweiz arbeitet, bekommt sein Gehalt in Franken. Auf dem Reisekonto liegen Dollar, im Depot stecken US-Aktien und ein ETF, der in Dollar notiert, dazu vielleicht etwas Bitcoin. Jede App zeigt ihren Teil in ihrer Währung, und die Frage „Wie viel besitze ich?“ hat plötzlich mehrere Antworten.
Dieser Artikel zeigt, wie du ein Vermögen in mehreren Währungen konsistent zusammenrechnest und Währungseffekte von echter Wertentwicklung trennst. Wie du ein Depot in mehreren Währungen verwaltest, haben wir in einem eigenen Artikel beschrieben. Hier geht es um das Gesamtbild.
Drei typische Fehler beim Zusammenrechnen
- Verschiedene Kurse und Zeitpunkte mischen: Die Bank rechnet dein Frankenkonto mit ihrem Kurs von gestern um, der Broker dein Depot mit seinem Kurs von heute. Die Summe ist dann keine saubere Zahl.
- Den Kurs mit Aufschlag verwenden: Wechselkurse von Banken enthalten oft einen Aufschlag. Der ist ein Kostenfaktor beim Tausch, aber kein Maßstab für den Wert deines Vermögens.
- Währungseffekt mit Rendite verwechseln: Dein Vermögen kann schrumpfen, ohne dass du etwas getan hast.
Ein Beispiel für den dritten Punkt: Auf deinem Konto liegen 10.000 $. Bei einem Kurs von 1,10 Dollar je Euro sind das 9.090,91 €. Steigt der Euro auf 1,20, sind es nur noch 8.333,33 €. Dein Vermögen in Euro ist um 757,58 € gesunken, obwohl auf dem Konto exakt derselbe Betrag liegt.
Welcher Kurs ist der richtige?
Für eine Vermögensübersicht eignen sich die Referenzkurse der Europäischen Zentralbank (EZB). Sie werden an jedem Arbeitstag gegen 16 Uhr veröffentlicht, sind kostenlos und für alle gleich. Handeln kannst du zu diesen Kursen nicht, doch genau das macht sie neutral: Sie enthalten keinen Aufschlag einer Bank.
Wichtig ist vor allem, dass du immer denselben Kurs zum selben Zeitpunkt für alle Positionen verwendest. Dann sind deine Zahlen von Monat zu Monat vergleichbar.
Eine Basiswährung festlegen
Die Basiswährung ist die Währung, in der du rechnest, planst und am Ende ausgibst. Für die meisten Menschen in Deutschland ist das der Euro, auch für Grenzgänger mit Gehalt in Franken, solange Miete und Alltag in Euro anfallen. Wer plant, in einigen Jahren in die Schweiz, nach Großbritannien oder in die USA zu ziehen, kann bewusst eine andere Basiswährung wählen.
Das Währungsrisiko sichtbar machen
Rechne einmal aus, welcher Anteil deines Vermögens in welcher Währung liegt, und vergleiche das mit deinen künftigen Ausgaben. Liegen 40 % in Dollar, deine Ausgaben aber zu 100 % in Euro, trägst du ein spürbares Währungsrisiko. Das kann gewollt sein, sollte aber eine Entscheidung sein und kein Zufall.
Ein häufiger Denkfehler betrifft ETFs: Die Handelswährung eines ETFs ist nicht sein Währungsrisiko. Ein Welt-ETF, den du in Euro kaufst, enthält trotzdem Unternehmen, die überwiegend in Dollar und anderen Währungen wirtschaften. Entscheidend sind die Währungen der Unternehmen im Fonds, nicht die Währung auf dem Kurszettel.
Steuern: Die Währung rechnet mit
Wenn du Wertpapiere in fremder Währung verkaufst, gehören Wechselkursgewinne und -verluste in Deutschland zum steuerpflichtigen Gewinn. Ein Rechenbeispiel findest du in Dividenden, Quellensteuer und FIFO. Für reine Fremdwährungsguthaben auf Konten gelten eigene Regeln. Kläre sie bei größeren Beträgen mit einer Steuerberatung.
So geht es in FinBoard
- Jedes Konto behält seine Währung: Das Frankenkonto bleibt in Franken, das Dollarkonto in Dollar.
- Eine Standardwährung für alle Summen: Nettovermögen, Einnahmen und Ausgaben siehst du in der Währung, die du in den Einstellungen festlegst.
- EZB-Referenzkurse: FinBoard lädt sie einmal pro Arbeitstag und rechnet alle Konten mit demselben Kurs um.
- 26 Währungen: darunter Euro, Franken, Dollar, Pfund, Złoty, Kronen aus Schweden, Dänemark und Norwegen sowie Yen. Tschechische Kronen und Forint sind derzeit nicht dabei.
Konten in mehreren Währungen gibt es ab dem Basic-Plan. Im Free-Plan führst du alle Konten in deiner Standardwährung.
Häufige Fragen
Welcher Wechselkurs eignet sich für die Vermögensübersicht?
Ein neutraler Referenzkurs wie der der EZB, für alle Positionen zum selben Zeitpunkt. Bankkurse mit Aufschlag verzerren das Bild.
Sollte ich mein Fremdwährungsrisiko absichern?
Das hängt davon ab, in welcher Währung du später Geld ausgibst und wie lange du anlegst. Währungsgesicherte ETFs kosten in der Regel etwas mehr. Eine Pauschalantwort gibt es nicht, aber du solltest wissen, wie groß dein Anteil in fremder Währung ist.
Zeigt FinBoard mein Vermögen in Franken an?
Ja, wenn du Franken als Standardwährung wählst. Alle Konten werden dann mit dem EZB-Referenzkurs in Franken umgerechnet.
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